Algen in der Pferdefütterung

Algen in der Pferdefütterung

Das Thema Algen spaltet in der Pferdefütterung nicht nur die Geister. Auf der einen Seite wird vor ihnen gewarnt als todbringender Jodüberversorger, die andere Seite sieht eine Algenfütterung als reinen Minerallieferanten mehr als ausreichend. Mehr bräuchte ein Pferd nicht. Und die dritte Partei sieht die Alge als das Gesundheitsprodukt, dass quasi alle Probleme auf einmal behebt.

Ein großer Teil der Unsicherheiten entsteht bereits aus der fehlenden Differenzierung. Alge ist nicht gleich Alge und die vier relevantesten in der Pferdefütterung wollen wir euch heute in unseren Steckbriefen einmal vorstellen mit ihren jeweiligen Spezialgebieten.

Noch ein Wort zur Qualität und den Preisen: Algen kann man in teuer und in günstig bekommen. Oft kommt die Frage auf, wie man ein empfehlenswertes Produkt unterscheiden kann. Für uns ist das wichtigste Kriterium die chargenreine Analyse der Rohstoffe. Das bedeutet, dass der Hersteller jede neue Charge wieder chemisch im Labor testen lässt. Bei den Meerwasseralgen auf Jod und Schwermetallen, bei den Süßwasseralgen auf Schwermetalle. Denn ihre Fähigkeit an Toxine und Schwermetalle zu binden lebt die Alge natürlich auch im Wasser aus. Das heißt im schlimmsten Fall füttert ihr bereits belastete Algen in das Pferd und fördert damit nicht wirklich die Gesundheit.


Der zweite Faktor nur in den Meerwasseralgen (Salzwasser) ist der Faktor Jod, ganz besonders beim Knotentang. Dieses Mineral lagern Algen quasi unreguliert ein. Deswegen kann der Jodgehalt einer Alge auch ganz extrem schwanken. Wenn ein Futtermittelhersteller dann nur einmal den Jodgehalt des Futtermittels analysiert und auf dieser Basis eine Fütterungsempfehlung gibt, dann kann das mächtig daneben gehen. Das gilt natürlich für alle Inhaltsstoffe in Einzelfuttermitteln. Bei Jod ist es nur ganz besonders wichtig, da die Menge an aufgenommenem Jod einen direkten Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion hat.



Ihr könnt das beim Algendealer eures Vertrauens einfach mal direkt erfragen, ob chargenrein analysiert wird oder einfach nach der Analyse der aktuellen Charge fragen. Bekommt ihr dann nichts oder eine Analyse von vor zwei Jahren, dann wisst ihr, dass nicht jedes Mal kontrolliert wird. Deswegen sollte man bei der Fütterung von Meeresalgen übrigens auch immer mal wieder auf die Fütterungsempfehlung schauen, falls der Hersteller etwas angepasst hat. So eine regelmäßige Analyse ist natürlich entsprechend kostenintensiv und ein Faktor, warum die Produkte bei solchen Herstellern dann auch teurer sind.



Bei der Chlorella empfehlen wir auch immer auf einen Anbau mit bereits geprüftem Wasser zu setzten. Das heißt die Algen werden meist in Rohrsystemen gezüchtet und das dafür verwendete Wasser wird bereits vor der Einleitung auf Schwermetalle überprüft. So können die Algen nicht damit in Kontakt kommen und entwickeln dann im Pferdekörper ihre volle Bindefähigkeit. Aber natürlich ist auch so eine arbeitsintensive Zucht wieder ein gewisser Kostentreiber für ein Produkt.



Also wie immer gilt: Qualität vor Quantität! Das gilt auch für die Fütterung. ​ Oft ist die Fütterungsempfehlung sehr weit gehalten, deswegen beginnt immer erst an der unteren Grenze. Bei einer guten Qualität ist das meist vollkommen ausreichend.

Die Algenfütterung kann bei Beachtung dieser Grundsätze eine sehr sinnvolle Ergänzung in einer natürlichen Pferdefütterung oder als gezielte Unterstützung bei Problemen sein.